Erziehen heißt Eingreifen: Elternbildung ist gefragt

 

"Neues Volksblatt" Nr. 85 vom 13.04.2005 Seite: 10

Von Simone Tischler 

Kindererziehung ist kein Kinderspiel und guter Rat ist nur allzu oft teuer - und manchmal auch noch Mangelware **** 
Kinder müssen lernen, dass ihr Aufwachsen mit dem Akzeptieren von Regeln verbunden ist. Regeln seitens der Eltern und Lehrer in den Schulen sind Orientierungshilfen, die den Kindern zeigen, wie sie ihren Platz in der Gesellschaft finden.

Viele Eltern fühlen sich mit Erziehung überfordert 

Viele Eltern fühlen sich aber mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Professionelle Elternbildung ist hier gefragt. "Zwar gibt es eine breite Palette an Elternbildungs-Angeboten, diese sind aber oft wenig koordiniert", weiß Doris Baum, die zu diesem Thema eine Dissertation am Linzer Soziologie-Institut verfasst hat. Demnach greift nur ein Viertel aller Eltern auf Bildungsveranstaltungen zurück, knapp die Hälfte behilft sich mit Fachliteratur.

"Um Elternbildung möglichst umfassend zu verankern, ist ein Zusammenspiel von Bildungs-, Sozial-, Familien- und Schulpolitik notwendig", erklärt Baum. Der Christliche Lehrerverein für OÖ hat zum Thema "Erziehung und Eingreifen" Broschüren verfasst. Alle Informationen des Vereins gibt es im Internet unter der Adresse http://www.clv.at/ Das streng autoritäre Schul- und Erziehungswesen bis zum Ende der Fünfzigerjahre führte in den sechziger und siebziger Jahren zum Ausschlag des Pendels in das genaue Gegenteil: der antiautoritären Erziehung.

Der goldene Mittelweg ist der beste 

Aber auch diese Methode habe Fehler. "Jetzt erkennen die Erziehungsverantwortlichen immer mehr, dass in Erziehungsfragen ein goldener Mittelweg den Bedürfnissen der Kinder am ehesten entspricht", meint Uta Barbara Pühringer, Vorsitzende der Lehrerpersonalvertreter.


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