"Totale Rauchverbote in der Gastronomie sind keine Lösung -
Differenzierte Schutzmaßnahmen versprechen mehr Erfolg und Akzeptanz"

von Ingo Mörth und Doris Baum

Dies ergab eine aktuelle Auswertung einer soziologischen Studie zur Theorie des Rauchens, die vor wenigen Jahren unter der Leitung von Prof. Ingo Mörth und Dr. Doris Baum am Institut für Soziologie der Linzer Uni (Forschungsbereich "Alltagssoziologie" an der Abteilung für Soziologische Theorie und Sozialanalysen) durchgeführt und aus gegebenem Anlass (Diskussion über Rauchverbote in Österreich) jetzt von der Projektleitung erneut analysiert wurde.

 

Bedeutsame Ergebnisse der Studie zum Rauchverhalten

Folgende Ergebnisse sprechen gemäß dieser Analyse gegen ein totales Rauchverbot und für eine bedingte und differenzierte Einschränkung des Rauchens (Basis: erneute Sichtung von einschlägigen Rauchverhaltensstudien und von damaligen Interviews):

NichtraucherInnenschutz in der Gastronomie: relevante Aspekte

Dies ergibt folgende Aspekte bei der Lösung des Themas "NichtraucherInnenschutz in der Gastronomie". Zuerst die Ausgangslage aufgrund der Einstellungen in der Bevölkerung:

Lösungsvorschläge jenseits eines totalen Rauchverbots in der Gastronomie

Die aufgrund der o.a. Studienergebnisse sinnvollste Lösung ist eine Differenzierung des gastronomischen Angebots nach "Raucherlaubnis". Eine solche Differenzierung kann auf maximale Akzeptanz der gesamten Bevölkerung (rauchend und nichtrauchend) zählen. Die Typen sind:

Dies bedeutet, einerseits, dass alle Gastronomiebetriebe, in denen eine klare räumliche Trennung möglich ist, gesetzlich verpflichtet werden sollen, diese Trennung auch einzuführen, und andererseits, dass solche Lokale, in denen eine klare räumliche Trennung nicht möglich ist, oder die sich aufgrund des Typs (Bars, Tanzlokale) nicht für eine Trennung eignen, sich für "Raucher" oder "Nichtraucher" entscheiden müssen.

Um zu verhindern, dass dann grundsätzlich "Raucher" gewählt wird, sollte eine besondere Lizensierung als "Raucherlokal" vorgesehen werden, die auch etwas kostet, z.B. eine von der Anzahl der Verabreichungsplätze abhängige Sonderabgabe, und/oder einen Zuschlag zur Krankenversicherung der dort tätigen Personen (gem. ASVG und GSVG).

Diese Zusatzkosten müssten natürlich auf die Preise in Raucherlokalen überwälzt werden. Dafür (höhere Kosten für RaucherInnen) gibt es gemäß den Studienergebnissen durchaus Akzeptanz auch bei den RaucherInnen.

Wieviele und welche Raucherlokale dann regional vorhanden sind und mittelfristig überleben, ergibt sich aus dem derart regulierten Markt (= Raucherlokale sind teurer als andere).

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Quelle: 
http://www.soz.jku.at/Portale/Institute/SOWI_Institute/Soziologie/tss/content/e39/e258/e3754/e3756/Rauchverbote.htm